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Alle könnten satt werden
Die Tatsache, dass es auf der Welt genug Lebensmittel für alle Menschen gibt, sie jedoch ungleich verteilt sind, bestätigt sich immer wieder. So berichtet die Organisation »Brot für die Welt«: »Täglich sterben fast 24.000 Menschen an den Folgen von Mangel- und Unterernährung. Andererseits sind rund zwei Milliarden Menschen übergewichtig und fettleibig.«
Wie konnte es dazu kommen? Dahinter steht eine lange Geschichte: In den 1950er Jahren haben mehrere Regierungen in Afrika, Asien und Südamerika das Land neu aufgeteilt. Oft haben sie es an kleine Bauern gegeben. In den 1960er Jahren wurden in der Landwirtschaft Maschinen und Pestizide eingesetzt. Dieser Prozess wurde »Grüne Revolution« genannt. In den 1970er Jahren kam es zu großen Hungerkatastrophen. Deshalb wurde die »Grüne Revolution« als Lösungsansatz vorangetrieben, obwohl sich in den Ländern des Globalen Südens Widerstand regte. Mit dem Neoliberalismus wurde das Konzept der »handelsbasierten Ernährungssicherheit« propagiert. Der Hunger im Globalen Süden sollte durch Importe aus dem Globalen Norden bekämpft werden. Weil viele dieser Lebensmittel subventioniert waren, kam es zu fallenden Preisen auf dem Weltmarkt. Die Länder des Globalen Südens sollten vor allem gewinnorientiert für den Export produzieren. In der Folge wurden sie von Selbstversorgern zu Importeuren. Vor rund 20 Jahren begannen große Firmen und Spekulanten, immer mehr Land zu erwerben, wodurch sich die Lebensbedingungen der Kleinbauern weiter verschlechterte. Vor allem Kinder und Frauen sind die Leidtragenden. Seit rund zehn Jahren gibt es daher Bemühungen, ökologischer und kleinteiliger zu denken.
Dieser Ansatz wird von den Partnerkirchen der EmK-Weltmission bereits seit längerer Zeit verfolgt. So bieten unsere methodistischen Schwestern und Brüder den Kindern nicht nur eine schulische Bildung, sondern sorgen auch dafür, dass sie etwas zu essen bekommen. Sei es in den Kindergärten in Malawi, an den Schulen der Kirche in Sierra Leone oder bei Athiru Gaiti in Kenia. Für die Schülerinnen und Schüler ist es oft die einzige Mahlzeit am Tag. Das methodistische Krankenhaus in Maua unterstützt HIV-positiven Menschen mit einem Küchengarten-Programm, damit diese sich gesund ernähren können. Auf diese Weise tragen die Partner zur Ernährungssicherheit bei und sorgen dafür, dass alle satt werden.