Das Missions-Verständnis der EmK
Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch.
Johannes 20,21
Mission heißt Sendung. Unsere Mission hat ihren Grund in der Sendung JesuChristi. Er wurde von Gott gesandt, um seine grenzenlose Liebe in eine Welt vollLeid und Schuld hineinzutragen.
Seit er uns geschaffen hat, ist Gott unterwegs zu uns Menschen. Im Leben undWerk Jesu ist er diesen Weg zu Ende gegangen - so weit, dass er uns auch inder letzten Not unseres Lebens nahe ist und unsere Gottesferne überwindet.
Jesu Sendung geht weiter in der Mission seiner Gemeinde. Sie hat den Auftrag,Gottes Liebe weiterzutragen - gerade zu den Menschen, die sie am nötigstenbrauchen.
Mission ist nicht Reklame für eine Weltanschauung, für eine bestimmte Kulturoder für die eigene Kirche. Mission ist Leben in der Sendung Jesu.
Darum ist alles, was wir tun, um Menschen in Berührung mit Gottes Liebe zubringen, Mission: Ein einladender Gottesdienst oder die liebevolle Pflege vonKranken, der Ruf zur Neubesinnung oder die Beratung eines Menschen in Not.
So sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn gab.
Johannes 3,16
Gott ist die Liebe. Liebe ist bedingungslose Zuwendung. Darum steht im Zentrum der Sendung Jesu die Hingabe seines Lebens bis in den Tod am Kreuz. Er hat die Last unserer Schuld und die Schrecken unseres Todes auf sich genommen, damit wir gewiss sein können, dass uns nichts von Gottes Liebe trennen kann.
Jesu Hingabe zeigte sich nicht nur in seinem Tod. Sein ganzes Wirken war davon geprägt. Er sah seine Sendung darin, Kranke zu heilen, Abhängige zu befreien und den Armen die frohe Botschaft zu bringen, dass Gott für sie ist.
Dies bestimmt auch die Sendung der Kirche. Sie verkündigt Jesu Tod und Auferstehung als Gottes Heil für die Menschen, und sie lebt die Liebe Gottes mit denen, die keine Hoffnung haben.
Sie bittet die Menschen in Gottes Namen: „Lasst euch versöhnen mit Gott!", und sie arbeitet für Versöhnung und Frieden unter den Menschen.
Sie teilt das Leben, das Gott schenkt, mit anderen, und sie setzt alles daran, Lebensumstände von Menschen zu verbessern.
Sie sagt denen, die am Wert ihres Lebens zweifeln, dass ihr Leben kostbar ist, weil Gott sie liebt, und sie kämpft für die Würde und das Recht eines jeden Lebens vom Anfang bis zum Ende.
Gehet hin in alle Welt und predigt das Evangelium aller Kreatur.
Markus 16,15
Gottes Liebe kennt keine Grenzen. Darum ist auch sein Missionsauftrag unbegrenzt. Jesus sendet Leute bis an das Ende der Welt. Mission ist immer Weltmission. Die frühe Christenheit hat unter inneren Kämpfen den Schritt über den Bereich des Judentums hinaus getan und später auch die Grenzen des Römischen Reiches überschritten und das Evangelium in die damals bekannte Welt hinausgetragen.
Im Gefolge der europäischen Expansion hat eine neue Missionsbewegung versucht, das Christentum über die ganze Welt auszubreiten - leider oft auch mit falschen Mitteln.
Heute gibt es in den meisten Ländern der Welt christliche Kirchen. Weltmission ist nicht mehr allein Aufgabe der Europäer oder Nordamerikaner, sondern gemeinsamer Auftrag aller Kirchen.
Es gibt weiterhin Grenzen, die überwunden werden müssen: Grenzen zwischen Kulturen und Völkern, zwischen Reich und Arm, Nord und Süd, Ost und West. Das ist nur gemeinsam möglich. Weltmission ist gelebte Gemeinschaft, in der Kirchen aus unterschiedlichen Regionen ihre Gaben einbringen und Menschen in Not helfen.
Das ist keine Einbahnstraße. Gerade von den Kirchen in Afrika, Asien und Lateinamerika können wir in Europa neu lernen, das Evangelium den Menschen um uns her nahe zu bringen.
Wen soll ich senden? Wer will unser Bote sein?
Jesaja 6,8
Gott arbeitet in seiner Mission mit Menschen, die er in seinen Dienst ruft. Für die Arbeit in der Weltmission braucht er Leute, die bereit sind, ihre fachlichen Fähigkeiten und ihre geistlichen Gaben auch in einer anderen Kultur und unter für sie fremden Bedingungen einzubringen.
Zu ihrer Eignung gehört daher neben der fachlichen Qualifikation in erster Linie die Bereitschaft, von anderen zu lernen, auf sie zu hören, mit ihnen partnerschaftlich zu arbeiten und zu leben. Dies sieht an jedem Arbeitsplatz, an jedem Ort und in jedem Land anders aus.
Jeder Mitarbeiter und jede Mitarbeiterin weiß sich Jesus Christus verpflichtet und ist zugleich der örtlichen und der entsendenden Kirche verantwortlich. Dies kann zu Spannungen und Gewissensbelastungen führen.
Obwohl Ort und Träger der Mission jeweils die einzelne Kirche ist, muss dies in enger Gemeinschaft und Zusammenarbeit mit anderen christlichen Kirchen geschehen. Deshalb ist Mission - wo immer möglich - heute nur noch in ökumenischer Gesinnung und Offenheit zu verantworten. Darum freuen wir uns, wenn auch Männer und Frauen aus anderen Kirchen bereit sind, mit uns zusammenzuarbeiten.
Einer trage des anderen Last.
Galater 6,2
Die inhaltlichen Schwerpunkte unserer Missionsarbeit sind - in enger Absprache mit den jeweiligen Partnerkirchen - die Bereiche:
- Gemeindeaufbau und Evangelisation
- Theologische Ausbildung und Mitarbeiterschulung
- Ärztliche Mission und ländlicher Gesundheitsdienst
- Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung
- Projekte mit Kindern und Jugendlichen
In Deutschland geschieht die Arbeit der Weltmission durch Bewusstseinsbildung und Information. Hierzu werden auch regelmäßig Missionare und Missionarinnen aus den Partnerkirchen eingeladen.
In enger Zusammenarbeit mit den Kommissionen für Mission in unserer Kirche auf europäischer und auf Weltebene unterstützen wir schwerpunktmäßig die Arbeit in folgenden Ländern:
Albanien, Brasilien, Liberia, Malawi, Mosambik, Nigeria, Sierra Leone, Südafrika und Osteuropa (durch den Fonds Mission in Europa).
Weitere Informationen:
EmK-Weltmission
Olav Schmidt
Missionssekretär
Rudolfstraße 137
42285 Wuppertal
Tel.: +49 202-767 0190
Fax: +49 202-767 0193
E-Mail: weltmission(at)emk.de