Südliches Afrika
Wasser – oft zu wenig, jetzt viel zu viel
Heftige Regenfälle und schwere Überschwemmungen waren Mitte Dezember 2025 bis Februar 2026 über weite Teile des südöstlichen Afrikas hereingebrochen und haben rund 1,3 Millionen Menschen im südlichen Afrika betroffen.
In Mosambik und Teilen Südafrikas regnete es etwa zwei Wochen lang ununterbrochen. Besonders betroffen sind Mosambik, der Nordosten Südafrikas und Eswatini. Die Regenmenge bedeutet umgerechnet ungefähr ganz Deutschland stünde zwei Wochen unter Wasser.
Mosambik
In Mosambik waren mehrere Straßen nicht befahrbar, darunter auch die Straße und Teile des Hauses von Azarias, dem Missionskoordinator der MCSA für Mosambik. Zwar stand sein Haus in einer höher gelegenen Gegend, doch er konnte kaum in die Straße hinein- und herausfahren. Ein Teil seines Hauses war mehr als einen Meter hoch überflutet.
Viele Menschen mussten ihre Häuser verlassen und wurden in einigen Schulen untergebracht, die von den örtlichen Gemeindeverwaltungen notdürftig eingerichtet worden waren. Aufgrund der mangelnden Sanitärhygiene kam es zu Cholerafällen und es gab Krokodilwarnungen in Wohngebieten. Am schlimmsten war die Lage in der Provinz Gaza, die etwa 230 km nördlich von Maputo liegt. Dort waren Menschen auf Bäume und Dächer geflüchtet. Die Regierung hatte einige Hubschrauber zur Rettung bereitgestellt, doch einige Menschen in ländlichen, abgelegenen Gebieten mussten lange auf Rettung warten.
Südafrika
In Südafrika mussten mehr als 400 Schulen schließen, wodurch sich das Schuljahr für Tausende Schüler verzögerte. Nun stehen Eltern und Behörden vor der gewaltigen Aufgabe des Wiederaufbaus. Über 100 Menschen verloren ihr Leben, weshalb die südafrikanische Regierung den nationalen Katastrophenzustand ausrief.
Absehbare Entwicklungen
Die Erde hat einen natürlichen Treibhauseffekt. Ohne diesen Effekt wäre es auf der Erde bitterkalt. Normalerweise dauert dieser Effekt Tausende von Jahren, sodass sich Pflanzen- und Tierwelt anpassen können. Die vielen Treibhausgase, die der Mensch jedoch seit der industriellen Revolution vor ca. 200 Jahren in die Luft pustet, führen dazu, dass sich die Erde so stark erwärmt, dass das Klima ins Chaos stürzt. Dabei sind die reichsten zehn Prozent der Weltbevölkerung für etwa die Hälfte (ca. 52 Prozent) der globalen Treibhausgasemissionen verantwortlich. Der Klimawandel macht weder vor Deutschland noch vor Südafrika halt.
Für Südafrika wird in den nächsten Jahrzehnten ein Anstieg der mittleren, aber auch der maximalen und minimalen Temperaturen erwartet. Das bedeutet eine Zunahme sehr heißer Tage mit Temperaturen über 35 °C und eine höhere Häufigkeit von Hitzewellen. Im Speziellen bedeutet das:
• eine leichte Zunahme der Niederschläge in Richtung der nordöstlichen Region
• ein starkes Austrocknungssignal über der südwestlichen Region, das zu einer deutlichen Verringerung der Niederschläge führen könnte
• Zunahme der Häufigkeit extremer Regenfälle in den östlichen Gebieten während der Sommermonate
• Meeresspiegelanstieg und Zunahme der Häufigkeit und Intensität von Seestürmen, begleitet von steigenden Wellenhöhen
• Zunahme der Anzahl von Tagen mit hoher Waldbrandgefahr in der nordöstlichen Region sowie entlang der Südküste des Kaps und im südwestlichen Kap.
Fazit
Die klimatischen Veränderungen sind im südlichen Afrika bereits jetzt spür- und messbar. Industrienationen wie Deutschland werden die wirtschaftlichen Auswirkungen der Katastrophen wahrscheinlich mit ihren hohen wirtschaftlichen Ressourcen abfedern. Länder wie Südafrika, deren Wirtschaft auf Dienstleistungen, Landwirtschaft und Bergbau basiert, trifft es viel härter.
Es wird eine Überarbeitung von Katastrophenplänen, eine gute Vorbereitung und eine Zusammenarbeit von Regierungen und NGOs brauchen, um Schäden an Menschen und Umwelt zu minimieren – egal, wo auf der Welt. Denn wir stehen nicht am Ende einer Entwicklung, sondern erst an deren Anfang.
Matthias Buchold