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Deutschland/Südafrika

Was für Stimmen! Was für Persönlichkeiten!

Highlights des Hiswa-Chores in Deutschland

Eine Woche lang durfte ich den südafrikanischen Hiswa-Chor unter Leitung des Dirigenten Armstrong Masiane und der Pianistin Annekathrin Buchold, unserer Missionspartnerin, begleiten. Die Reise bestand aus drei Stationen: Der EmK Tübingen mit Unterbringung bei Mitgliedern des OFF BEAT Gospelchores, dem OneWorldChoirSummit (OWCS) und dem Internationalen Gospelkirchentag mit fünftausend Singenden in Stuttgart.

Wunderbares Willkommen

Das erste Highlight war ein Workshop-Konzert in der EmK Tübingen. Die Werbung war über Tübingen hinaus in der ganzen Region und der Süddeutschen Jährlichen Konferenz digital verteilt worden, aber wir hatten keine Vorstellung davon, wie viele kommen würden. Und dann wurde es ziemlich voll im Gemeindesaal, Mitglieder aus allen drei Konferenzen waren anwesend, auch viele Menschen, denen die methodistische Kirche vorher gar nicht so bekannt war. Der OFF BEAT Gospelchor war ebenfalls mit über 30 Singenden dabei, sogar mit ihrer Dirigentin Kathrin Messner, die sich den Abend extra »freigeschaufelt« hatte. Es war ein bunter Abend mit traditionellen südafrikanischen Gospelliedern, zwei Liedern von OFF BEAT, einem Lied des Tübinger Gemeindechores und internationalen Hymnen. Die Mitglieder des Hiswa-Chores – und wir alle – waren und sind Gott unendlich dankbar dafür, dass diese Reise möglich wurde, trotz vieler Schwierigkeiten im Vorfeld. Diese Dankbarkeit wurde am Dienstagabend in den Liedern, den Moderationen und dem Gebet deutlich. So bunt, so laut, so emotional und so wundervoll kann methodistische Kirche sein! 

Bewegt begegnen

Am Mittwoch und Donnerstag war der Hiswa-Chor eingeladen zum OWCS. Dieses Treffen war von der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) und der Creativen Kirche ins Leben gerufen worden. Es begegneten sich Chöre aus Indonesien, Ruanda, Tansania und Südafrika. Am Donnerstagabend fand das große Abschlusskonzert des OWCS statt. Jeder der vier internationalen Chöre hatte eine halbe Stunde Zeit, seine Region und Traditionen in Liedern vorzustellen, wir sangen aber auch gemeinsam und hörten eine Predigt von Dr. Heinrich Bedford-Strohm, dem Schirmherrn des OWCS. Die Vielfalt der verschiedenen Musikstile, die Unterstützung der Chöre untereinander, die Begeisterung füreinander steckten die ca. 250 Zuhörenden an. »Unser« Hiswa-Chor spielte meiner Meinung nach eine Schlüsselrolle: Sie waren voller Liebe, vom ersten Moment der Begegnung mit den anderen Chören. Spontan stimmten sie nach den Auftritten der anderen Chöre einen von deren Songs noch einmal während des Abgangs an und begannen mit ihnen, mit den anderen Chören und den Zuhörenden vor der Bühne zu tanzen. Damit hatten nicht einmal die Organisatoren gerechnet… und es sprengte natürlich den Zeitrahmen des Abends, aber das war es absolut wert.

Gesegnete Tage

Neben diesen beiden besonderen Konzerten gab es tiefgehende Gespräche, weitere Auftritte und viele Begegnungen. Am ersten Tag vom OWCS waren die Organisatoren zum Beispiel total begeistert (vom Hiswa-Chor!), denn sie hatten zwar gehofft, dass es regen Austausch zwischen den internationalen Chören geben würde, aber sie waren überrascht, dass dies schon in den ersten zwei Stunden der Begegnung geschah.
Es gab auch einige Fälle von Unwohlsein und eine allergische Reaktion: Kungawo, ein junger Mann aus Johannesburg, hatte beim Frühstück in der Jugendherberge versehentlich Schweinefleisch zu sich genommen. In Südafrika gibt es tatsächlich häufiger Fälle von Allergien gegen Schweine-fleisch. Er merkte am Vormittag, dass sein Hals langsam zuschwoll. Ich ging zur Apotheke. Die Apothekerin hatte den Chor bereits in der Stuttgarter Innenstadt gesehen, als die Chormitglieder auf dem Weg zum OWCS singend unterwegs gewesen waren. Sie ließ den Chor grüßen und verkaufte mir ein Mittel. Ich gab es Kungawo, dem es eine Stunde später wieder gut ging.
Halleluja!
Ein persönliches Wort: Als Musikerin und Chorleiterin war diese gemeinsame Woche mit dem Hiswa-Chor eine Zeit doppelter Berufung. Die Chormusik und das gemeinsame Singen in Verbindung mit dem missionarischen und kulturellen Auftrag haben mich sehr berührt und gestärkt. Die Liebe, die vom Chor ausging und alle Zuhörenden mitten ins Herz traf, hat auch mich wachsen lassen. Ich habe viel investiert und bin noch mehr beschenkt worden. Danke, Gott! 
Danke, Hiswa-Chor!

Line Würth