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13.02.2015

»Boia Fria« – Vom Landarbeiter- zum Kinderprojekt

Durch den Strukturwandel in der Landwirtschaft Brasiliens hat sich die Aufgabenstellung im Projekt »Boia Fria« geändert. Tagelöhner in der Landwirtschaft Brasiens werden kaum noch benötigt. Aber vor allem im Bereich der Betreuung und Bildungsförderung für Kinder herrschen große Defizite. So wurde dies zum neuen Schwerpunkt von »Boia Fria«

Nun unterstützt das Projekt über 130 Kinder aus einfachen bis schwierigen familiären Verhältnissen in ihrer Entwicklung.

Gut 400 Kilometer westlich von Sao Paulo liegt die Kleinstadt Santo Antonio im brasilianischen Bundesstaat Parana. Die Gegend ist stark von der Landwirtschaft geprägt. Über viele Jahre gab es in St. Antonio eine große Zahl von armen Tagelöhnern, die sich ihren sehr bescheidenen Lebensunterhalt bei der Zuckerrohrernte und anderen harten landwirtschaftlichen Arbeiten erwirtschaften mussten.

Die methodistische Kirche vor Ort hat diese Landarbeiter durch das Projekt »Boia Fria« vielfältig unterstützt – auch mit Hilfe von Geldern der EmK Weltmission.

Doch inzwischen hat sich Brasilien und die Landwirtschaft dort massiv verändert. Durch die Mechanisierung der Anbau- und Erntemethoden werden heute kaum noch Tagelöhner gebraucht. Gleichzeitig hat der rasante wirtschaftliche Aufschwung in Brasilien auch nach Santo Antonio neue Industrien und damit Arbeitsplätze gebracht.

Auf diesen Wandel hat das Projekt vorbildlich reagiert: Nachdem deutlich wurde, dass es immer weniger Tagelöhner gibt, aber vor allem im Bereich der Betreuung und Bildungsförderung für Kinder große Defizite herrschen, wurde das zum neuen Schwerpunkt von »Boia Fria«.

Da das öffentliche brasilianische Schulsystem Kindern nur ca. vier Stunden Schule pro Tag ermöglicht (die jüngeren Schüler haben vormittags, die älteren nachmittags Unterricht) und nicht besonders gut ist, brauchen viele Kinder Unterstützung, um in der Schule mitzukommen. Genau das bietet »Boia Fria« nun an: Durch Hausaufgabenhilfe und Nachhilfeunterricht, durch »kirchlichen Unterricht« und Sport-, Kreativ- sowie Spielangebote werden die Kinder gefördert und unterstützt.

Beeindruckend sind sowohl die Vielfalt der Angebote wie auch das Engagement und die Liebe, mit der die vielen ehrenamtlichen und angestellten Mitarbeitenden die Kinder umsorgen.

Und neben dem Projektgelände wurde vor ca. 10 Jahren auch eine Gemeinde gegründet, die wächst und die sich stark im Projekt engagiert. Nun unterstützt das Projekt über 130 Kinder aus einfachen bis schwierigen familiären Verhältnissen in ihrer Entwicklung.