Sie sind hier: Länder > Uruguay > 

Onlinespende HelpDirect

jetzt online spenden

Weitere Infos

Das, was Kinder wirklich brauchen [siehe]

Gemeinsamer Blick zurück, um besser nach vorne sehen zu können [siehe]

Mehr Berichte von Freiwilligen [siehe]

Berichte aus Uruguay [siehe]

25.05.2016

Haus der Freundschaft

Fröhliches Kinderlachen ist vom Kirchenhof der »Casa de la Amistad« (Haus der Freundschaft) zu hören. Seit 1920 betreibt die methodistische Gemeinde im Stadtviertel Cerro in Montevideo einen Kindergarten

Der Haupteingang zum "Haus der Freundschaft"

»Wir betreuen insgesamt 75 Kinder in fünf Gruppen, drei am Vormittag und zwei am Nachmittag«, erklärt Beatriz Revello, die Koordinatorin der Einrichtung. Die Kinder sind zwischen zwei und vier Jahren alt. Ab dem vierten Lebensjahr besteht in Uruguay »Schulpflicht« und die Kinder besuchen dann eine Vorschule. 2001 entschied sich das Team der Casa de la Amistad die Bezeichnung Kinderkrippe durch Kindergarten zu ersetzen. Denn die Kinder werden nicht nur – wie es das spanische Wort für Kinderkrippe einschließt »aufbewahrt«, »behütet« oder »bewacht«. Dazu Beatriz Revello: »Wir motivieren die Kinder, an einem Lernprozess teilzunehmen, der aktives Lernen, kritisches Hinterfragen, die Kreativität, die Solidarität und das Zusammenleben fördert.« Die Zusammenarbeit mit der Stadt und den verschiedenen Behörden ist gut. Alle Kinder erhalten mehrmals täglich zu essen. Eine Gesundheitsstation unterstützt die Einrichtung in der medizinischen Versorgung.

Die Kinder singen "Alle meine Entchen"

Seit 2006 gibt es auch ein Angebot für Babys und Kleinkinder. An vier Vormittagen bietet die Einrichtung Eltern-Kind-Gruppen (»Krabbelgruppen«) an und fördert damit die Beziehung zwischen Eltern und Kindern. Darüber hinaus lernen die Kleinkinder selbst auf spielerische Weise die Welt zu erkunden. »Die ersten 36 Monate im Leben eines Kindes sind entscheidend für das weitere Leben«, erklärt die Physiotherapeutin. Die Familien werden auch regelmäßig zu Hause besucht. So lernen die Sozialarbeiter auch die Lebensumstände der Kinder kennen und können zu deren Wohl handeln.

Im Stadtviertel Cerro leben die Arbeiterfamilien. Mehr als die Hälfte der Eltern gehen einer Beschäftigung nach und sind auf die Hilfe des Kindergartens angewiesen. Die Mehrheit der Kinder lebt in ärmlichen Bedingungen und teils problematischen Behausungen. Einige sind in ihrer körperlichen Entwicklung rückständig und weisen emotionale Probleme auf. Der Kindergarten versucht hier, positiv auf die Kinder und Familien einzuwirken. Immer wieder sucht der Kindergarten die Verbindung mit den Eltern und Großeltern. Er lädt zu besonderen Aktionen und Festen ein, um einen guten Kontakt zu pflegen und die Familien in ihrer Aufgabe der Erziehung zu fördern und zu schulen.

Die Rutsche ist ein beliebtes Spiegerät

Der Kindergarten »Casa de la Amistad« hat im Viertel Cerro und bei der Stadt Montevideo einen guten Ruf. Besonders dankbar ist Beatriz Revello, dass seit dem letzten August im Rahmen des »weltwärts«-Programms Anna-Maria Müller ihren entwicklungspolitischen Freiwilligendienst im Kindergarten absolviert. So verwundert es nicht, dass die Kinder derzeit begeistert das Lied »Alle meine Entchen« lernen. Die Zeit von Anna-Maria neigt sich bereits dem Ende zu. Aber die Nachfolgerin steht schon fest. So meint Beatriz Revello abschließend: »Der Abschied von Anna-Maria wird uns und den Kindern schwer fallen. Aber wir freuen uns, ihre Nachfolgerin im ›Haus der Freundschaft‹ willkommen zu heißen.«