Sie sind hier: über uns > Berichte aus der Weltmission > 

Onlinespende HelpDirect

jetzt online spenden

Weitere Info

Konsultation mit Partnerkirchen [siehe]

18.05.2015

Partnerschaft auf Augenhöhe

Wie Partnerschaft in der Mission gelingt war eine der Fragen, mit der sich eine internationale EmK-Konsultation in Freudenstadt beschäftigte

»Die Basis einer gelingenden Partnerschaft sind gute Kommunikation, Vertrauen, Verantwortlichkeit und die Achtung kultureller Unterschiede« formulierte eine der Arbeitsgruppen während der Konsultation als die Grundlage der Missionspartnerschaft in der EmK.

Ziel der internationalen Tagung für Missionspartner der EmK war die Verabredung von Grundlagen und konkreten Schritte für die weitere Zusammenarbeit in der Mission.

Zu dieser Tagung hatten Bischöfin Rosemarie Wenner und Frank Aichele, der Leiter der EmK-Weltmission aus Wuppertal, vom 10. bis 13. Mai nach Freudenstadt eingeladen. Erstmalig waren dazu Vertreter der Partner der EmK-Weltmission aus Afrika und Südamerika gleichzeitig zu einer Tagung zusammen. Das bot die Gelegenheit, Fragen der Missionsarbeit nicht nur bilateral an bestimmten Projekten zu besprechen, sondern sich gemeinsamen über Grundlagen und zukünftige Schwerpunkte zu verständigen.

»Wir wollten so unsere Partner untereinander vernetzen«, erklärte Frank Aichele »und wir wollten ganz bewusst zuhören, wie wir mit allen Partnern zusammen die Missionsarbeit für die Zukunft weiterentwickeln können.« Wie intensiv das angenommen wurde, habe sich bereits während der Tagung gezeigt. So hätten die Teilnehmer der Länder aus dem südlichen Afrika gemeinsam die Tagesandachten vorbereitet und gestaltet und Teilnehmer aus Westafrika und Brasilien hätten sich intensiv über ihre jeweiligen Projekte ausgetauscht.

Rassismus – eine weltweite Herausforderung

»Die Beratungen und Begegnungen der Tagung gelangten schnell zu den herausfordernden Themen Rassismus und interreligiöse Begegnungen, die in unseren Partnerländern unter den Nägeln brennen«, war Bischöfin Rosemarie Wenner vom inhaltlichen Tiefgang der Tagung angetan. »Das sind auch unsere Themen«, erklärte sie weiter. Weil Diskriminierung eine der Ursachen für Rassismus sei, hat eine der Arbeitsgruppen formuliert, dass die Kirche ihre »prophetische Stimme« erheben müsse, um dieses Übel zu benennen und zu bekämpfen. Das bedeutet auch, dass die Kirche in ihren eigenen Reihen alles tun müsse, um jeder Form von Diskriminierung entgegenzuwirken.

Gegenseitiges Lernen

»Unsere Partner haben gemeinsam Partnerschaft definiert«, beschrieb Holger Würth, Geschäftsführer der EmK-Weltmission aus Wuppertal, aus seiner Sicht einen der Höhepunkte der Begegnung. Die methodistischen Kirchen in Afrika und Lateinamerika seien wachsende Kirchen und haben berechtigterweise auch ein gesundes Selbstbewusstsein entwickelt. Die Dankbarkeit für die Unterstützung von Projekten und die Entsendung von Personal sei sehr groß. Aber die Partnerkirchen wollten noch mehr über die Inhalte der Arbeit und die zukünftige Weiterentwicklung ins Gespräch kommen. So entstehe Partnerschaft auf Augenhöhe, in der Vertrauen und Verantwortung miteinander beschrieben und gelebt werde. »Deshalb haben wir diese Tagung gemacht«, freute sich Frank Aichele über die gelungene Tagung, die die Erwartungen weit übertroffen habe. »Die Einbeziehung unserer Partner in die weitere Entwicklung unserer Missionsarbeit werden wir verstärken müssen«, ist eine der Schlussfolgerungen, die Frank Aichele aus der Tagung formuliert. Er werde der Kommission für Mission und internationale Zusammenarbeit vorschlagen, künftig zu den Sitzungen auch Vertreter von Partnerländern einzuladen, um die Diskussion, wie Spendengelder verantwortlich verteilt werden, nicht nur aus westlicher Perspektive zu führen und sie durch inhaltliche Schwerpunkte zu ergänzen. »Mit unseren Partnern werden wir dann viel intensiver auch die Inhalte der missionarischen Arbeit diskutieren und weiterentwickeln können«, ist sich Frank Aichele sicher. »Wir haben gegenseitig viel voneinander zu lernen.«

Text: Klaus Ulrich Ruof

Foto: Holger Würth