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24.08.2011

Hoffnung schenken in Mazedonien

Vor rund 11 Jahren wurde das »Miss-Stone-Zentrum« in Strumica eröffnet. Seither ist diese sozial-diakonische Institution für viele Menschen in Mazedonien nicht mehr wegzudenken

120 alte und in den meisten Fällen sehr arme Menschen erhalten fünfmal wöchentlich eine warme Mahlzeit ins Haus geliefert. Dieses Programm wir u.a. von der EmK-Weltmission unterstützt.

Doch die sozial-diakonische Arbeit der EmK in Strumica und Umgebung beschränkt sich nicht nur auf dieses Programm »Essen auf Rädern«.

Durch die fast täglichen Besuche in den Häusern der alten Menschen sehen die Verantwortlichen immer wieder Notsituationen, die mit einer Mahlzeit allein nicht gelindert werden können. Manchmal braucht es auch Medikamente, einen Arztbesuch, Brennholz, Kleider und Schuhe oder einen neuen Holzofen. Aber auch auf vielen anderen Wegen werden Vertreterinnen und Vertreter der EmK in Mazedonien immer wieder mit schwierigen Einzelschicksalen konfrontiert. Da ist das Roma-Kind, das jeden Sonntag beim Eingang der EmK in Strumica steht und bettelt. Da ist ein in Not geratener albanischer Geistlicher oder die erkrankte katholische Nonne. Da sind die Roma-Männer, die PET-Flaschen aus dem Abfall sammeln, um ihre miserable Sozialhilfe aufzubessern – mit dem Resultat, dass ihnen die Sozialhilfe gleich ganz gestrichen wurde. Da sind die Waisenkinder, die von ihrer Großmutter aufgezogen werden, die selbst schwer nierenkrank ist.

Dank der Unterstützung aus dem Ausland kann die EmK immer wieder konkrete Zeichen der Liebe setzen. Und es sind nicht einfach nur Almosen an Personen, die dann sehr schnell wieder aus den Augen verloren werden, sondern in vielen Fällen ist es Teil eines Mitgehens über ein längeres Wegstück hinweg. Gelebter Glaube. Geschenkte Hoffnung.

Und so erzählt eigentlich jede Zahl der Abrechnung über diese Arbeit eine Geschichte.

Anfang 2011 kam im Lokalfernsehen in Strumica eine Reportage über eine arme Familie, die in äußerst schwierigen Verhältnissen lebt. Der Ehemann und Vater hat die Familie schon vor Jahren verlassen. Nun müssen die Mutter und die beiden Kinder von einer monatlichen Sozialhilfe von weniger als 20 Euro leben – und auch noch für die Großmutter sorgen, die schwer krank ist und während der überwiegenden Zeit ans Bett gebunden ist. Um sich etwas zusätzliches Geld zu verdienen, hütet die Mutter die Ziegen des Nachbarn. Der Aufruf des Lokalfernsehens um Hilfe fand kein Echo. Nur die Verantwortlichen der EmK suchten die Familie auf, sprachen mit ihr und bringen seither immer mal wieder einen Sack Mehl und einige andere Grundnahrungsmittel vorbei. Nun haben sie der Familie eine Ziege geschenkt, damit die Kinder, die Mutter und die Großmutter regelmäßig etwas Milch haben. Bei Gelegenheit möchte die EmK dieser Familie auch noch einige Hühner schenken.

Die individuelle Hilfe für bedürftige Menschen ist keine spektakuläre Arbeit. Aber um Hoffnung zu schenken und glaubwürdig Kirche zu sein, reicht es auch, das Notwendige zu tun.

Wir bitten um Ihre Spende mit dem Verwendungszweck "Strumica"

Text: Christina Cekov, Strumica (Mazedonien) / Urs Schweizer (Zürich) / Birgit Braeske