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29.11.2021

Anders lernen

Bereits im dritten Jahr hat das Jugendzentrum Espiríto in Karlsruhe einen Freiwilligen aus Argentinien empfangen. Wir stellen ihn vor.

Agustín genießt die sportlichen Aktivitäten in seinem Freiwilligendienst

Agustín Rodriguez Venzo stammt aus Buenos Aires/Argentinien und ist 20 Jahre alt. Er lernt seit vielen Jahren Deutsch und hat bereits an einem Schüleraustausch in Deutschland teilgenommen. So war sein Interesse an einem Freiwilligendienst in Deutschland groß. Agustín ist sich bewusst, dass er in seinem Leben bessere Chancen hatte, als manch andere Menschen. Darum hat er sich schon länger für diejenigen eingesetzt, denen es nicht so gut ging. Zu Beginn der Corona-Pandemie, als in Argentinien ein strenger Lockdown verhängt wurden und viele Menschen ihr tägliches Brot nicht mehr verdienen konnten, hat er zum Beispiel bei der Vorbereitung und Verteilung von Lebensmittelpaketen mitgeholfen. Und darum wollte er auch in seinem Freiwilligendienst Menschen unterstützen die nicht so gute Chancen hatten wie er. Diese Motivation und sein Interesse für Musik und Sport haben ihn für das Jugendzentrum attraktiv gemacht.

Leider hatte sich die für Februar geplante Einreise immer wieder verzögert, da die Deutsche Botschaft aufgrund der Covid19-Pandemie keine Visa ausgestellt hat. Ende Mai war es dann endlich soweit. Mit einem Vierteljahr Verspätung konnte Agustín in Hamburg landen. Nach 5 Tagen Quarantäne und einem Einführungsseminar in Hermannsburg (Niedersachsen) hat er seinen Dienst im Jugendzentrum Espiríto in Karlsruhe begonnen.

Die Hälfte seiner Zeit ist bereits vorbei und wir haben ihn gefragt, wie es ihm geht.

Billardspielen ist ein beliebter Zeitvertreib im Juze

Weltmission: Macht Dir Dein Freiwilligendienst Spaß?

Agustín Rodriguez Venzo: Ich glaube, der Freiwilligendienst gefällt mir sehr gut, trotz der Schwierigkeiten, die er mit sich bringt.

Welche Schwierigkeiten meinst Du?

Zum Beispiel war die Arbeit mit Kindern etwas, womit ich bis vor kurzem noch keine Erfahrung hatte. Und ich musste mich an eine völlig neue Umgebung und eine andere Wohnsituation gewöhnen. Auch neue Freunde zu finden hat eine Weile gedauert.

Worin bestehen zurzeit Deine Aufgaben?

Ich kümmere mich um die Reinigung der Böden, das Spielen und die Betreuung der Kinder und helfe bei allem, was sie brauchen.

Was macht Ihr mit den Kindern?

Normalerweise spielen wir Brettspiele, Billard oder Wii. Zu anderen Zeiten führen wir verschiedene Aktivitäten wie zum Beispiel Nähen oder Basteln aus. Oder es gibt sportliche Angebote wie den Skateboard-Workshop.

Was hast Du bisher gelernt?

Ich glaube, ich habe bisher viel über mich gelernt, wie Geduld und Hingabe. Auch die Unterschiede zwischen Ländern und Menschen sind mir deutlicher geworden.

Welche Ziele hast Du für die restliche Zeit des Freiwilligendienstes?

Mein Ziel für die Freiwilligenarbeit ist es, weiterhin gute Leistungen zu erbringen.  Ich möchte auch, dass ich einen Unterschied spüre, wenn ich in das gleiche Zuhause zurückkehre, das ich neun Monate zurückgelassen habe.

Was gefällt Dir in Deutschland be­sonders?

Was mir an Deutschland am meisten gefällt, ist, dass alles viel organisierter und effizienter ist als bei uns in Argentinien. Das macht das Leben angenehmer.

Was vermisst Du hier am meisten?

Ich vermisse meine Familie und Freunde so sehr, ich möchte sie wirklich bald wiedersehen.

Auch Putzen gehört zu den Aufgaben eines Freiwilligen

Welche gesellschaftlichen oder wirtschaftlichen Unterschiede zwischen Deutschland und Argentinien fallen Dir auf?

Unterschiede sind leicht zu erkennen. Gesellschaftlich ist Deutschland egalitärer als Argentinien. Hier gibt es zwar auch arme und reiche Menschen, aber die Unterschiede sind nicht so groß wie bei uns. Und wirtschaftlich reicht es aus, jeweils die Inflations- und Arbeitslosenzahlen zu beobachten: Die Inflationsrate in Argentinien liegt über 50% und die Arbeitslosigkeit ist etwa doppelt so hoch wie in Deutschland.

Möchtest Du etwas (immateriell) in Dein Leben in Argentinien mitnehmen?

Tatsächlich werde ich etwas Ungreifbares mitnehmen, nämlich die Verbindungen zu all den guten Leuten, die ich getroffen habe.

Was sind Deine Pläne für die Zukunft?

Wenn ich nach Argentinien zurückkehre, möchte ich unbedingt weiter Bild- und Tondesign studieren. Daneben plane ich, einen Job zu finden, um meine Ausgaben zu decken – und die Jugend zu genießen, solange ich kann.

Wir bedanken uns für das Gespräch und wünschen Dir alles Gute.

Mehr lesen:

Freiwilligendienst – was geht? [siehe]