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Projektliste 2019 des Fonds Mission in Europa

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24.02.2015

Hoffnung hinter Gittern

Seit vielen Jahren möchte der Fonds Mission in Europa genau dies ermöglichen. Von Portugal bis hinter den Ural, von Polen bis nach Albanien. Mit Ihren Spenden tragen Sie dazu bei – und dafür danken wir Ihnen von Herzen!

Der Jesaja-Text geht noch weiter: »...den Gefangenen zu verkünden, dass sie frei sein sollen...«. In zahlreichen EmK-Gemeinden erfahren von Suchtmitteln, Ängsten oder Schuld gefangene Menschen Annahme und Hilfe. In Bulgarien ist die EmK aber auch mit Menschen unterwegs, die wirklich in Gefängnissen leben.

Die ca. 9.360 Insassen der 13 Haftanstalten des Landes sind zu 97% Männer. Beinahe jeder Zweite ist noch nicht 30-jährig – und die Zahl der jungen Männer, oft in zerrütteten Familienverhältnissen aufgewachsen und später wegen Diebstahls und Raubüberfällen verurteilt, nimmt am stärksten zu. Ihre Haftbedingungen sind teils prekär: überbelegte Zellen, fehlende sanitäre Einrichtungen, stark eingeschränkte oder fast komplett unterbundene Kommunikation mit der Außenwelt und fehlende Behandlung psychischer Probleme.

Seit 1997 arbeitet die EmK in den Gefängnissen Varna, Razdelna und Lovech. Anfänglich stießen die Lokalpastoren Stoyan Stalev und Vencislav Andreev auf große Skepsis seitens der Verantwortlichen für den Strafvollzug. Inzwischen ist der gute, aber schwierige Dienst, den die beiden – zusammen mit freiwilligen Mitarbeitenden – leisten, sehr geschätzt. So sehr, dass 2014 sogar die Einladung ausgesprochen wurde, in einer weiteren Einrichtung in der Nähe von Varna tätig zu werden.

In den Gefängnissen laden sie die teils zu lebenslänglichen Haftstrafen verurteilten Insassen zu regelmäßigen Gottesdiensten und Bibelstunden ein und sind für persönliche Gespräche bereit. Weil sich der Staat kaum um sie kümmert, ist aber auch die Hilfe für die Angehörigen der Strafgefangenen – vor allem für die Kinder – sehr wichtig. Dazu gehören Seelsorge, finanzielle Unterstützung in Notlagen, schulische Hilfe sowie der Beistand bei sozialen und administrativen Problemen.

Rund 80 Strafgefangene und 20 Familienangehörige erfahren auf besondere Weise, wie der Jesaja-Text lebendig wird – und daraus schöpfen sie neue Hoffnung. Eine Hoffnung, die auch hinter Gittern trägt.

Urs Schweizer