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Projektliste 2020 des Fonds Mission in Europa

Alle Projekte des Fonds Mission in Europa finden Sie hier (1,6 MB)

15.07.2020

Covid-19: Erfahrungen im Lockdown

Die methodistische Gemeinde im italienischen Mailand ist eine bunte und vielfältige Gemeinde. Zwei Gemeindeglieder berichten eindrücklich von ihren Erfahrungen während des »Lockdowns«.

Die Mailänder Methodisten blieben über das Internet miteinander verbunden.

Wie viele Gemeinden wurden auch die Mailänder Methodisten während des »Lockdowns« kreativ, um in Kontakt zu bleiben. So konnten Gottesdienste über Video ausgestrahlt werden, es gab Online-Gebetstreffen und selbst ein Chor aus verschiedenen protestantischen Kirchen konnte virtuell miteinander singen. Im Gemeindebrief der Gemeinde berichten ein italienisches und ein philippinisches Gemeindeglied über ihre Erfahrungen während die Covid-19 Pandemie in Italien wütete:

Dr. Stefano Guidotti

[…] Im Gegensatz zu den fast leeren Straßen erlebte ich in meinem Krankenhaus nach Luft schnappende Menschen, die die Notambulanz komplett füllten. Sehr schnell wurden die Betten knapp, dann gab es nicht genug Material um allen zu helfen und schließlich hatten wir nicht einmal genug Platz für alle Kranken in unserem Krankenhaus. Es war wie in einem Kriegsgebiet, in dem man zwar keine explodierenden Bomben hört, aber dennoch die Verwundeten und die Toten sammelte. Und wir waren unvorbereitet, ohne Schutz und mit endlos langen Arbeitstagen, immer auf der Suche nach Lösungen für alle Patienten. […] Am Beginn jeder Arbeitsschicht betraten wir das Krankenhaus mit ganz schwerem Herzen, in dem Wissen, dass jeder Fehler, jede Ablenkung dazu führen konnte, sich selbst mit dem Virus anzustecken. […] Meine größte Sorge war es, das Virus mit nach Hause zu bringen, meine Familie anzustecken, besonders die Alten. Und aus diesem Grund habe ich meine Eltern, 92 und 79 Jahre alt, für zwei lange Monate nicht besuchen können.

Lerma Miguel

[…] Persönlich war mir nicht langweilig. Ich habe meine Tage mit Arbeit und zuhause sein verbracht. Ich bin mir der Gefahr bewusst, die darin liegt, jeden Tag das Haus zu verlassen. Aber aus vielen Gründen gab es keine Alternative.  Im zweiten Korintherbrief Kapitel 4, Vers 8 lesen wir: »Wir sind von allen Seiten bedrängt, aber wir ängstigen uns nicht. Uns ist bange, aber wir verzagen nicht.« Bei all dem hat mich das vermehrte zuhause sein  dazu angeregt, über viele Dinge in meinem Leben nachzudenken. Um neben der üblichen Hausarbeit Langeweile zu vermeiden, habe ich gesungen, gekocht usw. […] Ich habe meine nahen und fernen Verwandten angerufen, aber vor allem hatte ich Zeit, mehr in der Bibel zu lesen und mehr zu Beten. Zwei Dinge, die meiner Meinung nach für einen Glaubenden fundamental zum Leben dazu gehören,

Die Gottesdienstbesucher kommen überwiegend nicht ursprünglich aus Italien

Seit 1980 eine empfangende Gemeinde

Bis vor 40 Jahren setzte sich die methodistische Gemeinde in Mailand ausschließlich aus Italienerinnen und Italienern zusammen. Dann kamen die ersten methodistischen Migranten aus den Philippinen und Ghana dazu und es wurde – unter Leitung eines Missionars – eine englischsprachige Arbeit gegründet, deren Bedeutung ständig zunahm. Heute hat die Gemeinde in Mailand 230 Mitglieder, davon sind 65% Italiener, 20% Philippinen, 13% Ghanaer und 2% stammen aus anderen Ländern. Die Verteilung beim Gottesdienst am Sonntag ist allerdings 30% Italiener und 70% englischsprachige Glieder und Freunde.

Des Weiteren werden in der Gemeinde Sonntagsschule, Kirchlicher Unterricht, Frauenkreis, Agape-Essen für alle, ein Frühstückstreff für Obdachlose, Bibelstunden in Englisch und Italienisch sowie multikulturelle Arbeitsgruppen und Gesprächskreise angeboten. In den Räumen der Kirche ist ein Gemeinschaftszentrum, eine Einrichtung zur Unterstützung von Migranten in rechtlichen und bürokratischen Fragen untergebracht, das von der nationalen Diakonie der Union der waldensischen und methodistischen Kirchen betrieben wird.

Die methodistische Kirche in Italien wird in ihrer Arbeit durch den »Fonds Mission in Europa« gefördert. Gleichzeitig wird der Fonds über eine Zuteilung aus der Sozialsteuer »Otto per Mille« durch die methodistische und waldensische Kirche in Italien kräftig unterstützt.