Nigeria
Rechtmäßigkeit der Evangelisch-methodistischen Kirche in Nigeria bestätigt
Ein Gerichtsurteil in Abuja stärkt die Evangelisch-methodistische Kirche in Nigeria. Der methodistische Bischof Ande Emmanuel ruft zu Einheit, Dialog und friedlicher Zusammenarbeit auf.
Ein Bundesgericht in Nigeria hat die Aufhebung der Registrierung der Evangelisch-methodistischen in Nigeria (EmK Nigeria) durch die Global Methodist Church Nigeria (GMCN), einer konservativen methodistischen Kirche, die sich von der EmK abgespalten hat, für rechtswidrig erklärt. Die Umbenennung in Global Methodist Church Nigeria (GMCN) sei »von Anfang an fehlerhaft« und ohne gesetzliche Grundlage erfolgt, urteilte Richterin Obiora A. Egwuatu.
Richterliche Klarstellung: Keine rechtliche Grundlage
Die Richterin betonte, dass die nigerianische Behörde für Unternehmensregistrierung (Corporate Affairs Commission) bei der Umbenennung »grundlegende Rechtsverfahren missachtet« habe. Die GMCN existiere »vor dem Gesetz nicht« und habe somit keinen Anspruch auf Kirchenbesitz oder -vermögen. Das Gericht ordnete an, dass alle in der Folge eingeleiteten Maßnahmen rückgängig gemacht werden müssen, und bestätigte die EmK Nigeria als rechtmäßige Eigentümerin aller Immobilien, Konten und Einrichtungen.
© UMCN Communications
Bischof ruft zu Versöhnung und Einheit auf
Bischof Ande Emmanuel, der für das Bischofsgebiet Nigeria sowie für die Kirchendistrikte im Senegal und in Kamerun zuständige methodistische Bischof, bezeichnete den Gerichtsentscheid als »Moment der Heilung, nicht des Triumphs«. In einer Stellungnahme betonte er: »Wir strecken die Hand der Freundschaft aus – wer zurückkehren möchte, ist willkommen. Jene, die mit der GMCN weitergehen wollen, laden wir zum Dialog ein.« Emmanuel rief alle Gläubigen dazu auf, »in Gnade, Demut und Liebe zu handeln« und Spaltungen zu überwinden.
Rechtliche und praktische Folgen
Die Anwälte der EmK Nigeria kündigten an, das Urteil umgehend umzusetzen. Dazu gehöre die Räumung aller Kirchengebäude, Büros, Schulen und Krankenhäuser, die von der GMCN besetzt wurden. Barrister Chinedu Odora, Rechtsvertreter der EmK Nigeria, bezeichnete das Urteil als »entscheidenden Sieg für Recht und Einheit«. Die gerichtlichen Anordnungen würden in den kommenden Wochen an alle Polizeibehörden des Landes weitergeleitet, um die Rückgabe der kirchlichen Immobilien sicherzustellen.
Hintergrund: Streit um Identität und Besitz
Zur gerichtlichen Auseinandersetzung war es gekommen, nachdem sich im September 2024 eine Gruppe von der EmK Nigeria abspaltete und versuchte, den Namen und die Rechtsform der Kirche zu ändern. Die EmK Nigeria klagte gegen diesen Schritt und forderte die Rückgabe aller entwendeten Vermögenswerte, darunter das Hauptgebäude in Jalingo und die Bankkonten. Drei Kirchenmitglieder waren im Zuge der Auseinandersetzungen sogar getötet worden.
Ausblick: Dialog statt Spaltung
Trotz des juristischen Erfolgs betont die EmK Nigeria, dass der Fokus nun auf Versöhnung und friedlichem Miteinander liege. »Gott hat uns in diesem Kampf nicht verlassen«, sagte der methodistische Pfarrer Ahmed Ayuba Ahmed. »Jetzt geht es darum, gemeinsam einen Weg in die Zukunft zu finden.«
Sigmar Friedrich / Quelle: Filibus Bakari Auta & Eveline Chikwanah, UMNS