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Projektliste 2018 des Fonds Mission in Europa

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20.04.2009

Ein albanischer Zachäus - oder welche Hoffnung gibt es?

Von Wilfried & Jean Nausner

Wohin soll Albanien gehen? Wie sieht die Hoffnung aus? Es gibt eine Geschichte, die man sich in Albanien erzählt: Ein kluger Mann, der durch eine Krankheit gehbehindert wurde und sich nur mühsam fortbewegen konnte, wurde gefragt, was er denn tun würde, wenn die EU die Grenzen öffnen würde. Er meinte: »Ich würde sofort auf einen Baum klettern, damit ich von der Menge, die nach draußen ins Ausland wegläuft, nicht erdrückt werde.«

Es ist gut, dass die Albaner über ihre eigene Situation witzige Geschichten erzählen. Nur ihnen selbst steht es zu, sich so zu äußern. Witze beschreiben oft eine Realität. Es ist die Wirklichkeit eines Landes inmitten von Europa, das ärmer ist, als alle Länder in seiner unmittelbaren Umgebung; eines Landes, das wenig Hoffnung hat, dass sich die Verhältnisse zum Besseren wenden. Verbesserung für die eigene Lage erhofft man sich von außen.

Bibelstunde in Vacquar

Was aber können wir als Kirche tun? Zunächst können wir einfach hier sein. Kirche soll ein guter Ort für die Menschen sein. Wir können Begegnung und Gespräch ermöglichen, einen Platz bereitstellen an dem man frei und ohne Druck man selbst sein kann. Die Kirche kann und darf ein Ort sein, an dem man Vertrauen einüben und leben kann. Wir laden ein zu Gottesdiensten, Bibelstunden und Gemeinschaft – und die Menschen kommen.

Als Methodisten haben wir einen besonderen Auftrag in dieser Welt. Einerseits den Menschen von Gottes bedingungsloser Liebe in schwerer Zeit zu erzählen und sie andererseits darin zu bestärken, dass es einen Unterschied macht, wenn man sich für seine Mitmenschen einsetzt. Spiritualität und Solidarität gehören zusammen. Wir können hier nur Kirche mit den Menschen sein und gemeinsam auf Gott sehen und hören. Aus dem Vertrauen kommt die Kraft für die Zukunft. Gute und langfristige Hilfe muss eingebettet sein in eine Atmosphäre des Vertrauens und Glaubens. Tragfähige Hoffnung entspringt dem Glauben. Es nützt aber nichts, das als Formel zu verbreiten. Vertrauen muss entstehen können, geschenkt werden und sich bewähren. Versöhnung mit Gott, mit den Menschen und mit sich selbst ist ein Weg. Methodisten sind Menschen auf dem Weg, im Vertrauen auf Gottes Verheißung in ein gutes Land geführt zu werden. Wir sind am Anfang dieses Weges, den wir in Gemeinschaft mit Gott und anderen Methodisten in Europa gehen wollen.